
Vokabular, Spracheinstellung und ein Korrekturraum sollen Fehler abfangen, bevor Zuseher sie lesen. Dafür braucht es Vorbereitung und gegebenenfalls eine zusätzliche Rolle im Ablauf.
Ein falsch geschriebener Eigenname oder ein verhörter Fachbegriff fällt in Live-Untertiteln sofort auf. Die Dokumentation von Clevercast nennt für KI-Untertitel drei Hebel: ein Vokabular, die Wahl der Erkennungssprache und einen Korrekturraum.
Zwei dieser Maßnahmen greifen vor dem Stream, die dritte während der Sendung. Damit verschiebt sich ein Teil der Qualitätssicherung von der Reaktion auf Fehler zur Vorbereitung.
Vokabular und Sprache: Vorarbeit vor dem Event
Laut Clevercast lassen sich im Vokabular Namen, Akronyme, Branchenjargon und technische Wendungen hinterlegen, die im Stream vorkommen können, damit sie korrekt geschrieben erscheinen. Praktisch heißt das: Gästeliste, Produkt- und Firmennamen sowie die Abkürzungen des Programms gehören vor dem Start in eine Liste.
Der zweite Punkt betrifft mehrsprachige Veranstaltungen. Nach Angaben des Anbieters lässt sich die Sprache der automatischen Spracherkennung bei einem Event mit mehreren gesprochenen Sprachen manuell ändern, um die Untertitelqualität zu erhöhen. Betriebsteams sollten deshalb vorab klären, welche Sprache auf der Bühne dominiert und wo andere Sprachen vorkommen.
Der Korrekturraum: ein Mensch vor dem Stream
Clevercast beschreibt einen Correction Room, in dem Live-Korrektoren KI-Untertitel bearbeiten, bevor diese in den Stream gelangen. Auch dort lassen sich laut Anbieter Vokabulare einsetzen. Ein Korrektor kann Fehler abfangen, die trotz Vorbereitung auftreten. Er ist aber eine zusätzliche Rolle im Ablauf und braucht Hintergrundmaterial, um Namen und Fachbegriffe einzuordnen.
Audio und Unterlagen: die Grundlagen
Auch die beste Vorbereitung hilft wenig, wenn schon das Eingangssignal schlecht ist. SyncWords bezeichnet in einem Blogbeitrag vom April 2021 Untertitel als direkte Textwiedergabe des Audios. Der Anbieter empfiehlt deshalb hochwertige Mikrofone, Kameras und Netzanbindung und rät zu kabelgebundenem Internet statt WLAN, um Aussetzer und fehlende Inhalte zu vermeiden. Spätere Übersetzungen bauen laut SyncWords auf den Untertiteln auf, Fehler im Ausgangstext können sich dort also fortsetzen.
Außerdem rät SyncWords, Referenzdokumente zum Thema vorab an die Untertitelung zu geben und das Eventteam eng mit dem Untertitelteam abzustimmen, damit technische Probleme schnell behoben werden. Das Vokabular von Clevercast verfolgt einen ähnlichen Gedanken: Wissen über den Event gehört vor dem Start in den Untertitelprozess.
Für die Planung ergibt sich eine einfache Reihenfolge: zuerst Tonweg und Netzanbindung, dann Vokabular und Spracheinstellung, zuletzt die Entscheidung, ob ein Korrektor mitläuft. Die letzte Frage hängt davon ab, wie sichtbar der Event ist und wie schwer ein falscher Name wiegt.
Quellen: Clevercast — Video tutorials; SyncWords — Live Captioning: 4 Best Practices for Virtual Events